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Europäisches Forschungsprogramm zu Gasinnovationen und Nachhaltigkeit in Sicht

2013-12-17

A conference suggests pursuing a European research program on gas innovation and sustainability

Gerald Linke und Catrinus Jepma auf der Konferenz 'Gas Fuels Europe', Brüssel, 28.November 2013 (Foto: EDGaR/Jean-François Auger) Gerald Linke und Catrinus Jepma auf der Konferenz 'Gas Fuels Europe', Brüssel, 28.November 2013 (Foto: EDGaR/Jean-François Auger)

Der niederländische Forschungsverbund EDGaR (Energy Delta Gas Research) und der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) haben sich am 28./29. November 2013 in Brüssel auf der gemeinsamen Konferenz „Gas Fuels Europe“ für ein europäisches Forschungsprogramm zu Gasinnovationen und Nachhaltigkeit ausgesprochen. Eine Aufgabe dieses europäischen Forschungsprogramms werde es sein, „die Sicherheit und Zuverlässigkeit des Gasversorgungssystems durch die Einführung von Biogas zu gewährleisten“, sagte DVGW-Hauptgeschäftsführer Dr. Walter Thielen in seiner Eröffnungsrede. An der Konferenz nahmen hochrangige Vertreter der europäischen Gasforschung teil.

Durch die politischen Entscheidungen im Rahmen der Energiewende und die fortschreitende Regulierung in Europa sei die gesamte Prozesskette der Gasindustrie in Bewegung. Heute sei Gas die Schlüsseltechnologie bei der Integration erneuerbarer Energien. „Die Nutzung der bestehenden Gasinfrastruktur bietet die große Chance einer ökologisch und volkswirtschaftlich sinnvollen Kombination aus planbarer, sicherer Gasversorgung und volatiler, regenerativer Stromerzeugung“, machte Thielen deutlich. Das Gas der Zukunft bestehe hierbei nicht mehr nur aus Erdgas, sondern aus Biogas und anderen CO2-freien Gasen.

Ein weiterer Aspekt eines europäischen Forschungsprogramms müsse sich mit der Integration von erneuerbaren Energien ins Gasnetz befassen. „Im zukünftigen Energiesystem werden Gas und erneuerbare Energien gemeinsam auf der Tanzfläche stehen. Die Einbindung volatiler regenerativer Energien eröffnet dabei gänzlich neue Geschäftsfelder für Gas“, bekräftigte der Wissenschaftliche Direktor von EDGaR, Prof. Dr. Catrinus Jepma.

„Wir müssen unsere Führungsposition in Sachen Forschung und Innovation behaupten“, erklärte Axel Voss, Mitglied des Europäischen Parlaments. Die beiden größten Herausforderungen seien die „Diversifizierung der Energieträger für die Energiegewinnung sowie die Verringerung der Abhängigkeit von Importen“. Beate Raabe, Generalsekretärin von Eurogas in Brüssel, machte deutlich, dass „vielversprechende Technologien gefördert werden sollten“. Das EU-Rahmenprogramm „Horizon 2020“ sei eine gute Basis für die Gasforschung.

Die Herausforderungen bei der Gasforschung in Europa bestünden darin, „den Biogassektor zu entwickeln, die schwankende Verfügbarkeit erneuerbarer Energien zu beherrschen sowie das Verhältnis von Angebot und Nachfrage zu optimieren und die Flexibilität zu erhöhen“. Dies erklärte Marc Florette, Senior Vice-President Research and Innovation bei GDF SUEZ. Gleichzeitig unterstrich er, dass ein „klares Forschungsprogramm auf EU-Ebene mittel- und langfristig unbedingt erforderlich“ sei. Alexander Schwanzer von der Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW), brachte den übergreifenden Gedanken zur Unterstützung der europäischen Gasforschung auf den Punkt: „Gas ist ein idealer Partner von Wind, Wasser und Sonne.“

 

Durch Jean-François Auger und Daniel Wosnitzka